Geistliches Wort

Beim Startgottesdienst des Pastoralen Weges fasste Pfarrer Freff vom Evangelium ausgehend die geistlichen Haltungen der Entwicklung zur Kirche im Jahr 2025 zusammen:

 

Liebe Gemeinde,

 

unterwegs! Auf! Los! Gehen! Das galt heute, als wir in Bettringen aufgebrochen sind, das gilt, wenn wir jetzt miteinander Eucharistie feiern, zentral und zusammen, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg zur Kirche der Zukunft machen. Unterwegs! Auf! Los! Gehen! Auch wenn wir es getan haben, ist es immer so eine Sache, nicht nur mit dem Körper, sondern von ganzem Herzen loszugehen.

 

Beim Wandern kenne ich das: Hab ich alles dabei? Genug Proviant? Regenkluft für alle Fälle? … das Herz braucht oft länger, um loszugehen.

 

Ob es den Jüngern damals ähnlich ging?

 

Jesus sendet sie aus: Geht! Einfach so. Ohne Rüstzeug, ohne Marschroute. Nehmt nichts mit! Einfach nichts! Den Jüngern wird es seltsam vorgekommen sein. Gerne machen wir Kurse, bereiten und vor, packen Gepäck zusammen, qualifizieren uns, suchen Kartenmaterial und den Kompass, und überlegen, was auf uns zukommen kann: Wir wollen es planen können.

 

Jesus legt den Finger genau auf die andere Seite: Nein, ihr braucht nichts. Wenn ihr auf Menschen trefft, dann wirkt harmlos. Seid nicht berechnend! Habt keine Hintergedanken und eben keinen großen Plan im Kopf! Seid aufeinander angewiesen! Es soll nicht ums Geld gehen, so ohne Geldbeutel, und habt keinen Stock dabei, den ihr im Notfall auch als Schlagstock nutzen könntet! Der erste Eindruck soll harmlos friedfertig sein – so werdet ihr aufgenommen bei den Menschen. Nicht als Missionare oder Lehrer oder Prüfer, sondern als Menschen bei den Menschen.

 

Jesus ist sich sicher: seine Jünger werden so willkommen geheißen. Die Türen stehen ihnen offen. Denn: sie warten auf die Boten, ob sie es wissen oder nicht. Die Ernte ist groß! Jesus sendet seine Jünger in diese Fülle des reifen Gottesreiches, nicht wie die Klinkenputzer unserer Tage, die Religion zu verkaufen suchen, als Seelenfänger, denen zurecht Argwohn uns Skepsis entgegenschlägt.

 

Seine Jünger haben nur eine Botschaft in der Tasche, kurz und knapp: Das Reich Gottes ist euch nahe! Euch! Ob ihr es schon merkt oder nicht! Denn die Jünger werden nur dorthin gesendet, wohin er selbst gehen will. Der Herr kommt! Mehr zu sagen haben die Jünger nicht, ein fast zu einfacher Auftrag.

 

Mir persönlich gibt diese Zusage immer wieder Kraft, wenn ich manchmal hinzu gerufen werde, wo ich auch nicht weiß, was ich sagen oder tun soll, als Pfarrer. Er kommt selbst! Tröstlich und entlastend!

 

Liebe Schwestern und Brüder, vielleicht ist dieses Evangelium ein gutes Geländer für unseren kommenden Weg „unterwegs … Kirche 2025“. Wir brechen nicht nur auf und suchen ein Ziel oder eine Vision – wir dürfen uns gesandt wissen: Als seine Boten – als Mensch zu den Menschen – wohin er selbst gehen will, auch wenn wir den Weg noch nicht genau kennen. Es ist eben kein ausgeklügelter Pastoralplan! Wir alle brechen auf, ohne schon die Etappen oder gar das Ziel zu kennen. Ich weiß nicht, wie die Kirche bei uns in zehn Jahren aussehen soll. Darum geht es nicht. Nehmt nichts mit auf den Weg!

 

Es geht darum zu finden, wo Er sein will und zum Vorschein kommen möchte. Ich bin mir sicher: das Grundlegende unseres Entwicklungswegs ist diese Frage: wohin will Gott selbst kommen, in Bettringen, in Bargau, in Weiler, in Degenfeld? Und dann dorthin gehen!

 

Ob Gott in den manchmal übergroßen Druck unserer Schulen gehen will? Oder die viel zu klein gewordene Welt eines Krankenzimmers? Will er unsere Festzelte und Sporthallen aufsuchen? Oder die stille Verzweiflung mancher Familien, die laut oder ganz leise zerbrochen sind? Sendet Gott uns voraus in die Jugendräume und Bushaltestellen, die Seniorenheime und Flüchtlingswohnungen? Vielleicht will Gott die Einsamkeit der alten Dame suchen, die seit Jahren zurückgezogen lebt. Vielleicht die Prüfungsangst des jungen Studenten an der PH oder die Hoffnungslosigkeit des Familienvaters, der keine Arbeit mehr, oder doch den Zeitdruck der Mutter, die alleine mit ihren drei Kindern um die Runden kommen muss? Geht dorthin, wohin ich selbst gehen werde!

 

Es geht darum, seine Spuren zu suchen und uns dorthin senden zu lassen. Dazu müssen wir hören und sehen, ernstnehmen und uns fragen lassen, ob wir als Kirche nicht genau dorthin gehören.

 

Und was sollen wir da?

 

Wie die Jünger als Menschen dabei sein, nicht als Lehrer oder Missionare. Sondern als menschliche Boten der Hoffnung, die sagen, dass Gott kommt. Ganz sicher! Genau dorthin! Hoffnung schenken, wo diese verloren ging. Geht und sagt dort: Das Reich Gottes ist euch nahe!

 

Ich hab richtig Lust, Gottes Spuren zu suchen in den kommenden zwei Jahren, miteinander. Jeder soll und muss hinhören, was dran ist. Teilen wir diese Spurensuche, wenn wir hier den Ruf Gottes vernehmen! Tauschen wir uns aus! Und suchen, wie wir genau dorthin gehen können! Wir sind gemeinsam unterwegs. Jeder ist gefragt, nicht nur die Pfarrer, das Pastoralteam oder die Kirchengemeinderäte. Wir alle, als Getaufte. Machen wir die Ohren auf in unserem Umfeld, wohin Gott kommen möchte. Ich bin gespannt.

 

Die Ernte ist groß! Kirche im Jahr 2025 beginnt schon jetzt, hier!

 

Und der Herr sandte die Menschen dreier Gemeinden aus, dorthin, wohin auch er gehen wollte. – das ist doch ein schöner Startsatz für unseren Weg!

Legende
 

SE  = Seelsorgeeinheit

BA  = Bargau

BE  = Bettringen

DE  = Degenfeld

WE = Weiler 

OB  = Pfarrkirche, Oberbettringen

AP = Altes Pfarrhaus, Oberbettringen 

UB  = Ottilienkirche, Unterbettringen

LH  = Auferstehung-Christi-Kirche, Lindenfeld-Hagenäcker

Li  = Haus Lindenhof

BER = Begegnungsstätte Riedäcker, Oberbettringen

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Seelsorgeeinheit Unterm Bernhardus
Kirchgasse 10
73529 Schwäbisch Gmünd

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