Jahresrückblick von Jutta Bühler Jahresschlussandacht 2018 -  St. Cyriakus Bettringen

 

Liebe Gemeinde,

der Jahresrückblick des / der Zweiten Vorsitzenden des Kirchengemeinderates in der Jahresschlussandacht ist Tradition in unserer Kirchengemeinde. Daher darf  ich heute wieder einen Blick auf das vergangene Jahr zurückwerfen und einige Ereignisse in Erinnerung rufen, die aus meiner Sicht für das Leben unserer Kirchengemeinde von Bedeutung waren.

In 10 Sitzungen hat der Kirchengemeinderat mit seinen Ausschüssen all das beraten und beschlossen, was zur Gestaltung und Regelung des Gemeindelebens in unserer Kirchengemeinde erforderlich war. Zusätzlich verbrachten alle Kirchengemeinderäte der Seelsorgeeinheit zusammen mit dem Pastoralteam im Juli ein Klausurwochenende in der Bischofstadt Rottenburg und eine weitere gemeinsame Sitzung zum diözesanen Prozess

„Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ im Gemeindezentrum Lindenfeld.

 

2018 war ein ausgesprochenes Festjahr: Unsere bürgerliche Gemeinde feierte das 800- jährige Ortsjubiläum. Im Januar startete der Auftakt zum Festjahr mit einem ökumenischen Festgottesdienst hier in der St. Cyriakuskirche. Pfarrer Freff und seine evangelischen Kollegen Pfarrer Schmidt und Pfarrer Carl eröffneten damit eine Reihe von Veranstaltungen zur 800 - Jahrfeier von Bettringen.

Noch gut in Erinnerung ist mir die Festpredigt von Pfarrer Schmidt „Heute das Morgen gestalten“ zur Schriftlesung aus dem Hebräerbrief „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.“ (Hebr 13, 6-9)

 

Festlich zu ging es auch bei der Amtseinführung unseres neuen Dekans Robert Kloker und seiner Stellvertreter am 17. Januar in St. Bonifatius in Hofherrnweiler. Domkapitular Stäps setzte Dekan Robert Kloker und seine drei Stellvertreter Dr. Pius Adiele, Pater Jens Bartsch und Johannes Waldenmaier in einem feierlichen Gottesdienst in ihr neues Amt ein. Diese waren Ende des Jahres 2017 mit überzeugender Mehrheit von den Mitgliedern des Dekanatsrates und den Pastoralen Mitarbeitern aus dem Dekanat gewählt worden.

 

Grund zur Freude hatten wir auch im Februar: Frau Stefanie Herrmann trat die Nachfolge von Mesnerin Christine Plachno an, die nach 19 Jahren im Dienste von St. Cyriakus ihren wohlverdienten Ruhestand antrat. Nach einem dreiwöchigen Einführungskurs und der praktischen Einarbeitung durch Pfarrer Freff klappte dieser Stellenwechsel reibungslos und wir erleben Frau Herrmann als zuverlässige, tatkräftige, engagierte und freudige Mesnerin.

 

Seit dem Frühjahr haben wir in Bettringen auch ein neues Konzept der Firmvorbereitung:

# yourlife: sich.selbst.erfahren.

Pfarrer Freff hat dieses Konzept erarbeitet und in diesem Jahr auch gleich praktisch durchgeführt. Dahinter verbirgt sich der erneuerte Kurs Lebensfragen, der freiwillige Teil der Firmvorbereitung. Jugendliche sind eingeladen, sich ganzheitlich und erfahrungsorientiert mit sich selbst und ihrem Leben auseinanderzusetzen: Wer bin ich? Wie erleben mich andere? Wer bin ich in einer Gruppe? Was will ich mit meinem Leben? In drei besonderen Veranstaltungen nähern sich die Jugendlichen mit ihren Gruppenleitern verschiedenen Themenkreisen: mal im Hochseilgarten auf dem Schwarzhorn, ein andermal beim nächtlichen Orientierungslauf in der Seelsorgeeinheit und zuletzt mit der Kanufahrt auf der Donau. Die Jugendlichen bedenken danach ihr eigenes Erleben im kleinen Team, tauschen sich aus und feiern dann vor Ort die Eucharistiefeier, in der ihre Erfahrungen biblisch nochmals unterfangen und getragen werden. In der Reflexion nach der Firmung haben sich die Jugendlichen für dieses neue Firmkonzept ausgesprochen und es bekräftigt.

 

Einen großen Schwerpunkt im Kirchengemeinderat nahm das Thema „Kindergärten in Bettringen“ ein. Die Katholische Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Gmünd betreibt in Bettringen zwei Kindergärten: Den Kindergarten St. Maria in Oberbettringen und die Kleingruppe mit zwölf Kindern und der Integrationsgruppe der Lebenshilfe Schwäbisch Gmünd im Kindergarten St. Martinus in Unterbettringen. Beide Immobilien sind im Besitz unserer Kirchengemeinde St. Cyriakus. Im Frühjahr hat sich unser Kirchengemeinderat mit Blick auf die eigenen finanziellen Mittel schweren Herzens entschieden, keine weitreichenden finanziellen Investitionen mehr in den 1961 erbauten Kindergarten St. Martinus zu stecken. Unsere Kirchengemeinde kann die dringend notwendigen Investitionen für eine anstehende grundlegende energetische Sanierung des Gebäudes nicht aufbringen. Die Stadt Schwäbisch Gmünd, die sich an den baulichen Investitionen mit 70 % beteiligen müsste, hat ihren Schwerpunkt auf andere Kindergartengebäude in Bettringen gelegt und sieht von einer Sanierung in St. Martinus ab. Zudem sind die laufenden Betriebskosten aufgrund des ungünstigen Verhältnisses von Erzieherinnen zu Kindern für den Kindergartenträger – die Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Gmünd – eine große finanzielle Belastung. Daraufhin hat der Katholische Gesamtkirchengemeinderat Schwäbisch Gmünd entschieden, den Betrieb des Kindergartens St. Martinus zum Ende des Kindergartenjahres 2018 / 2019 zu beenden. Zu diesem Zeitpunkt kommt ein Großteil der Kinder, welche den Kindergarten besuchen, in die Schule. Den verbleibenden 3 Kindern wurde ein Platz im Kindergarten St. Maria angeboten, der seit September wieder seine Gruppengröße von dreieinhalb auf vier Gruppen erweitert hat. Für unsere Kirchengemeinde gehen daher keine Plätze für Kinder in einem katholischen Kindergarten verloren. Den Erzieherinnen ist eine Weiterbeschäftigung in den Kindergärten der Gesamtkirchengemeinde möglich, wenn dies gewünscht wird. Die Integrationsgruppe der Lebenshilfe findet im nächsten Jahr neue Heimat in den Räumlichkeiten des evangelischen Gemeindezentrums Arche in Oberbettringen, dessen Räumlichkeiten für weitere Kindergartengruppen ebenfalls ausgebaut werden.

Eine Sanierung des Kindergartens St. Maria ist für die kommenden Jahre von unserer Kirchengemeinde als auch der Stadtverwaltung geplant und fest in die Überlegungen mit eingeflossen.

Die Stadt Schwäbisch Gmünd wird außerdem  in weitere Kindergartengebäude in Bettringen investieren: Nachdem unsere Kirchengemeinde sich mit der Stadtverwaltung zum Verkauf des Kindergartengebäudes „Sternschnuppe“ im Lindenfeld an die Stadt Gmünd einigen konnte, wird der städtische Kindergarten im Lindenfeld im nächsten Jahr in Höhe von zwei Millionen Euro kernsaniert und von zwei auf drei Kindergartengruppen erweitert. Auch der evangelische Kindergarten bei der Versöhnungskirche im Lindenfeld wird von zwei auf drei Gruppen erweitert. Somit stellt die Stadt Schwäbisch Gmünd im Stadtteil Bettringen genügend Kindergartenplätze für Kinder unter drei Jahren, als auch für Kinder über drei Jahren zur Verfügung.

 

Das gemeinsame Klausurwochenende der Kirchengemeinderäte der Seelsorgeeinheit  mit dem Pastoralteam fand im Juli in der Bischofstadt Rottenburg statt. Die Räte arbeiteten konkret weiter am diözesanen Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“, um Visionen und Eckpunkte für eine erneuerte Pastoral zur Kirche 2025 zu entwickeln. Die Ergebnisse des gesamten Prozesses werden wir im kommenden Jahr nach Ostern veröffentlichen. Neben der praktischen Arbeit standen aber auch eine hochinteressante Führung durch die Sülchenkirche mit Bischofsgruft und der Besuch des Rottenburger Doms auf dem Programm. Mit einer Eucharistiefeier in der Kapelle des Priesterseminars schloss am Sonntagmorgen die gemeinsame Klausur ab.

 

Unser diesjähriges Patrozinium der Pfarrkirche stand ganz im Zeichen der Uraufführung der Bettringer Festmesse zur 800 – Jahr – Feier. Es war eine Festmesse, die deutlich das Motto Bettringens bezeugte: „Wir sind Bettringen!“ Der für groß besetzte Messen bekannte Komponist und Kirchenmusiker Klaus Wallrath, der bereits für die Domkirchen von Aachen, Speyer und Köln tätig war, reihte mit dieser Auftragskomposition nun auch Bettringen in den Reigen seiner Wirkungsstätten ein. Die festliche Messe, von der Ortschaft in Kooperation mit der Kirchengemeinde zum Jubiläum in Auftrag gegeben, erklang im Juli hier in St. Cyriakus zum ersten Mal. Die Besonderheit der Messe war, dass sie es allen Bettringer Musiktreibenden ermöglichte, gemeinsam ein Gesamtkunstwerk auf die Bühne zu bringen. Insgesamt 160 Musiker und Sänger musizierten und sangen an drei Aufführungsplätzen: Empore, Marienkapelle und Taufkapelle.

Das Ziel, den ganzen Kirchenraum mit Vokal- und Instrumentalmusik zu füllen, gemeinsam mit der Gemeinde, wurde glänzend erreicht.  Ideengeber und Gesamtleiter für diese Festmesse war unser Kirchenchordirigent Prof. Dr. Hermann Ullrich. Insgesamt war es ein festlicher und würdevoller Ehrentag für den Märtyrer und Nothelfer St. Cyriakus!            

                                                     

Zu Beginn der Sommerferien machten sich 47 Ministrantinnen und Ministranten unserer Seelsorgeeinheit zusammen mit Pfarrer Freff auf den Weg nach Rom zur Internationalen Romwallfahrt der Ministranten. Insgesamt 65.000 Ministranten aus aller Welt waren der Einladung des Papstes gefolgt, zu ihm nach Rom zu kommen, Gemeinschaft untereinander zu erleben und sich im Glauben stärken zu lassen. Unter dem Motto „Suche Frieden und jage ihm nach“ entdeckten die jungen Messdiener, wie Grenzen durch Vertrautheit und Gemeinsamkeiten übersprungen werden können. Auf dem Programm standen neben dem Abendgebet mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz und der Messfeier mit Bischof Gebhard Fürst mit 6000 Minis aus unserer Diözese in St. Paul vor den Mauern auch der Besuch vieler anderer christlicher und historischer Orte der Stadt. Die Internationale Romwallfahrt findet alle vier Jahre statt und ist für die jungen Menschen eine tolle Erfahrung in ihrem christlichen Leben und Dienst.

 

Ende September war der ganze Ort Bettringen auf den Beinen: alles versammelte sich zu einem prächtigen Festumzug zur 800-Jahr-Feier. Auch unsere Kirchengemeinde folgte dem Umzugsmotto „ Bettringen – gestern, heute und morgen“.

Unsere Kirchengemeinde, vertreten durch den Festausschuss, ließ nicht nur die Kirche im Dorf, sondern ließ sie sogar durchs ganze Dorf rollen – inklusive Weihrauchschwaden aus dem wahrscheinlich größten Weihrauchfass der Welt. Es war eine grandiose Leistung unseres Festausschusses und ein gelungener Abschluss des Festwochenendes zum Ortsjubiläum!

 

Über das Gelände der Stiftung Haus Lindenhof führt seit diesem Jahr auch ein Skulpturenweg mit 12 Stationen. Dieser Weg mit dem Namen „Weg zum Guten Hirten“ nimmt Bezug auf ein Kunstwerk des Künstlers Jürgen Krieg, der knapp 30 Jahre bis zu seinem Tod 2013 in der Stiftung Haus Lindenhof lebte. Sein Bild „Der gute Hirte“ kennzeichnet die Mitte des Weges bezüglich Lage und Aussage. Am Rand des Weges befinden sich Kunstwerke mehrerer regional bekannter Künstler unterschiedlicher Stilrichtungen. Pilger, Wanderer und Spaziergänger sind herzlich eingeladen, an den Stationen zu verweilen und die Werke auf sich wirken zu lassen.

 

Die Diözese Rottenburg - Stuttgart hat eine Neuberechnung der pastoralen Stellen für alle Seelsorgeeinheiten ausgearbeitet, d.h. die Kriterien zur Berechnung wurden verändert. Hintergrund für diese Neuberechnungen sind die veränderten Rahmenbedingungen diözesanweit, wie z.B. weniger pastorales Personal in den kommenden Jahren und sinkende Katholikenzahlen. Seit September werden nun hauptsächlich neben der Anzahl der Kirchengemeinden in der Seelsorgeeinheit, die Katholikenzahlen und die Kasualien wie z.B. Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen berechnet. Eine florierende Jugend-oder Seniorenarbeit, wie sie in unserer Kirchengemeinde stattfindet, wird leider nicht in Stellenanteilen eingerechnet. Unsere Seelsorgeeinheit verfügt derzeit über knapp 3,5 pastorale Stellen. (3,48) Nach der Neuberechnung sind es nur noch 3,0 Stellen.

Neu ist auch, dass weitere Berufe, wie z.B. der Dekanatsjugendreferent in die Stellenplanung mit eingerechnet werden und uns deshalb 0,25 Stellenanteile abgezogen werden. 0,25 Stellenanteile sind für „weitere“ Berufe auf Dekanatsebene vorgesehen. Im Ergebnis werden wir künftig also mit 2,5 Personalstellen in der Seelsorgeeinheit auskommen müssen. Der neue Stellenplan wird bei Personalveränderungen vollzogen, d.h. wenn ein pastoraler Mitarbeiter wechselt oder in den Ruhestand geht. Spätestens wird dies bei uns in zwei bis drei Jahren sein, wenn Pastoralreferent Helmut Geier sich in den Ruhestand verabschiedet. Bei der aktuellen Katholikenzahl in unserer Seelsorgeeinheit Unterm Bernhardus ist auch keine Stelle für einen Pfarrvikar mehr vorgesehen, d.h. unsere Seelsorgeeinheit wird dann von einem Pfarrer versorgt.

 

Abschließend werfe ich noch einen Blick in die Statistik: 29 Taufen und 1 Aufnahme in die Kirche stehen 40 Kirchenaustritte und 47 Todesfälle gegenüber. 22 Kinder empfingen die Erstkommunion, 22 Jugendliche wurden gefirmt und 6 Paare spendeten sich das Sakrament der Ehe. Die Gesamtzahl der Katholiken, die ihren Hauptwohnsitz in Bettringen haben, ging um 73 auf  4.030 zurück. Die Zahl der Gottesdienstbesucher schwankt zwischen 8,16 % bei der Zählung im Februar und  6,58 % bei der Zählung im November. Das sind durchschnittlich 1,5 % weniger Gottesdienstbesucher als im Vorjahr. Dieser Trend ist nicht nur in Bettringen, sondern auch diözesan- und deutschlandweit zu beobachten. 

Auch dieses Jahr wurden die Kollekten in unserer Gemeinde von Ihnen großherzig mitgetragen und unterstützt. Danke und Vergelt’s Gott für jede kleine und größere Spende, mit der Sie anderen Menschen helfen. Damit drücken wir unsere Verbundenheit mit den Menschen hier bei uns, als auch auf der ganzen Welt aus, denen es nicht so gut geht wie uns. Ein aufrichtigen und herzlichen Dank möchten wir auch allen Mitgliedern in den Ausschüssen unserer Kirchengemeinde aussprechen: Danke für die Mitarbeit, für jede Unterstützung und das Mittragen im Gebet. Möge es uns auch 2019 gelingen, unser aktives und abwechslungsreiches Gemeindeleben fortzusetzen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesundes, friedvolles und gesegnetes neues Jahr!

Legende
 

SE  = Seelsorgeeinheit

BA  = Bargau

BE  = Bettringen

DE  = Degenfeld

WE = Weiler 

OB  = Pfarrkirche, Oberbettringen

AP = Altes Pfarrhaus, Oberbettringen 

UB  = Ottilienkirche, Unterbettringen

LH  = Auferstehung-Christi-Kirche, Lindenfeld-Hagenäcker

Li  = Haus Lindenhof

BER = Begegnungsstätte Riedäcker, Oberbettringen

Hier finden Sie uns

Seelsorgeeinheit Unterm Bernhardus
Kirchgasse 10
73529 Schwäbisch Gmünd

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

 

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